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Stoffwechsel & Gewicht

Stoffwechsel & Gewicht

Mazdutid

Mazdutide · IBI362 · LY3305677

Rezeptpflichtig

Mazdutid (Entwicklungscodes IBI362 / LY3305677) ist ein einmal wöchentlich verabreichtes Peptid, das als dualer Agonist gleichzeitig den GLP-1-Rezeptor und den Glukagon-Rezeptor aktiviert. Es ist ein Oxyntomodulin-Analogon mit angehängter Fettsäure-Seitenkette. Entwickelt wird es von Innovent Biologics (China) auf Basis einer Lizenz von Eli Lilly. Im Juni 2025 erhielt Mazdutid in China die NMPA-Zulassung zur chronischen Gewichtskontrolle und im September 2025 zur Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetes; nach Herstellerangaben ist es weltweit der erste zugelassene duale GCG/GLP-1-Rezeptoragonist. Außerhalb Chinas (insbesondere EU und USA) ist Mazdutid nicht zugelassen und gilt dort weiterhin als experimentell. Dieses Profil dient ausschließlich der Information und enthält keine Anwendungsanweisung.

Regulatorischer Status

Zugelassen · verschreibungspflichtig

In China (NMPA) für Gewichtskontrolle und Typ-2-Diabetes zugelassen; in EU und USA nicht zugelassen und weiterhin experimentell.

Wirkstoffklasse

Peptid-basierter dualer GLP-1/Glukagon-Rezeptor-Agonist (Oxyntomodulin-Analogon mit Fettsäure-Seitenkette)

Halbwertszeit (informativ)

Pharmakokinetisch ist Mazdutid für eine einmal wöchentliche Verabreichung ausgelegt; die Fettsäure-Seitenkette verlängert die Verweildauer im Körper. Zu Dosierung, Mengen oder Anwendungsintervallen werden hier bewusst keine Angaben gemacht.

In der Literatur untersucht

In den klinischen Studien wurde Mazdutid subkutan (unter die Haut) verabreicht und untersucht. Dies beschreibt ausschließlich, WIE es in der Forschung eingesetzt wurde, und stellt keine Anwendungsanweisung dar.

Wirkmechanismus

Mazdutid

Mazdutid wirkt als dualer Agonist an zwei Rezeptoren zugleich. Über den GLP-1-Rezeptor werden – wie bei anderen Inkretin-Mimetika – appetithemmende Effekte, eine verlangsamte Magenentleerung und eine verbesserte Insulinausschüttung beschrieben. Über den Glukagon-Rezeptor soll zusätzlich der Energieverbrauch gesteigert, die Fettsäureoxidation gefördert und der Leberfettgehalt gesenkt werden. Diese Kombination wird in der wissenschaftlichen Literatur als möglicher Mechanismus für die in Studien beobachtete Gewichtsreduktion und für günstige kardiometabolische Veränderungen diskutiert. Mazdutid ist strukturell ein Analogon des körpereigenen Darmhormons Oxyntomodulin, das natürlicherweise beide Rezeptoren anspricht.

Aussagen zu Wirksamkeit und Verträglichkeit stammen überwiegend aus Studien an chinesischen Erwachsenen mit Übergewicht/Adipositas oder Typ-2-Diabetes. Die Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen ist nicht automatisch gegeben. Daten außerhalb des chinesischen Studienkontexts sind begrenzt.

Forschungsgeschichte

Die Ursprungsverbindung stammt von Eli Lilly (LY3305677). 2019 erwarb Innovent Biologics von Lilly die exklusiven Rechte zur Entwicklung und potenziellen Vermarktung in China; Lilly behielt die Rechte außerhalb Chinas. Unter dem Code IBI362 durchlief Mazdutid bei Innovent ein vorrangig in China angesiedeltes klinisches Programm – von Phase-1b-Studien (publiziert 2022 in eClinicalMedicine) über Phase-2-Studien (u. a. Nature Communications 2023) bis zu den Phase-3-Programmen GLORY (Adipositas) und DREAMS (Typ-2-Diabetes). Im Juni 2025 erteilte die chinesische Arzneimittelbehörde NMPA die Zulassung zur chronischen Gewichtskontrolle, im September 2025 folgte die Zulassung zur Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetes. Zwei Phase-3-Diabetesstudien (DREAMS-1, DREAMS-2) wurden 2025 in Nature veröffentlicht.

Zulassungsstatus nach Region

China·Zugelassen (NMPA)

Zulassung zur chronischen Gewichtskontrolle (Juni 2025) und zur Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetes (September 2025). Laut Hersteller weltweit erster zugelassener dualer GCG/GLP-1-Rezeptoragonist.

EU·Nicht zugelassen

Keine Zulassung durch die EMA bekannt. In Europa gilt Mazdutid als experimentell; eine Anwendung außerhalb klinischer Studien ist nicht vorgesehen.

USA·Nicht zugelassen

Keine FDA-Zulassung bekannt. Die Rechte außerhalb Chinas liegen bei Eli Lilly; in den USA gilt Mazdutid als experimentell.

Forschungsfelder

  • Chronische Gewichtskontrolle bei Übergewicht und Adipositas (Phase-3-Programm GLORY)
  • Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetes (Phase-3-Programm DREAMS, u. a. Kopf-an-Kopf-Vergleich mit Semaglutid in DREAMS-3)
  • Reduktion des Leberfettgehalts bei Übergewicht/Adipositas (GLORY-1)
  • Kardiometabolische Parameter wie Taillenumfang, Blutfette, Blutdruck, Harnsäure und Leberenzyme (als sekundäre Studienendpunkte beschrieben)

Dokumentierte Effekte (aus der Literatur)

  • In klinischen Studien am häufigsten gastrointestinale Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, verminderter Appetit und Blähbauch; meist leicht bis mäßig und im Verlauf abnehmend
  • Beobachtete Anstiege der Herzfrequenz bei gleichzeitig tendenziell sinkendem Blutdruck
  • Weitere in Studien berichtete Ereignisse: Infektionen der oberen Atemwege und Harnwegsinfektionen

Sicherheitsbedenken & Vorsicht

  • Langzeit-Sicherheitsdaten über die Studiendauer hinaus sind begrenzt; die längerfristige Verträglichkeit ist noch nicht abschließend charakterisiert
  • Die Datenbasis stammt überwiegend aus chinesischen Studienpopulationen; Übertragbarkeit auf andere Gruppen ist nicht gesichert
  • Die zusätzliche Glukagon-Rezeptor-Aktivierung unterscheidet Mazdutid von reinen GLP-1-Wirkstoffen; mögliche Effekte auf Glukosehaushalt und Energiestoffwechsel sollten ärztlich begleitet bewertet werden
  • Außerhalb Chinas besteht keine behördlich geprüfte Zulassung; eine ärztliche Anwendung in EU/USA ist nicht vorgesehen

Risiken des Graumarkt-Bezugs

  • Auf Graumarkt-Plattformen als „Forschungschemikalie“ angebotene Produkte werden mit oft unbelegten Behauptungen wie „stärker als Semaglutid“ oder „20 % Gewichtsverlust garantiert“ beworben – solche Aussagen sind als Werbeversprechen und nicht als gesicherte Fakten zu werten
  • Bei nicht zugelassenen Bezugsquellen sind Identität, Reinheit, Dosierung und Sterilität des Produkts nicht überprüfbar; Verunreinigungen oder Fehlkennzeichnungen sind möglich
  • Die behauptete Gleichwertigkeit mit dem in China zugelassenen Arzneimittel lässt sich bei Graumarktware nicht verifizieren – eine Zulassung in einem Land überträgt sich nicht auf inoffizielle Produkte anderswo
  • Ohne ärztliche Begleitung können Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Kontraindikationen nicht angemessen eingeschätzt werden

Häufige Fragen

Ist Mazdutid irgendwo zugelassen?

Ja, aber nur in China. Die chinesische Behörde NMPA hat Mazdutid im Juni 2025 zur chronischen Gewichtskontrolle und im September 2025 zur Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetes zugelassen. In der EU und den USA gibt es keine Zulassung; dort gilt der Wirkstoff weiterhin als experimentell.

Was unterscheidet Mazdutid von GLP-1-Wirkstoffen wie Semaglutid?

Mazdutid ist ein dualer Agonist: Es aktiviert nicht nur den GLP-1-Rezeptor, sondern zusätzlich den Glukagon-Rezeptor. Über den Glukagon-Anteil wird in der Forschung ein gesteigerter Energieverbrauch und eine Senkung des Leberfettgehalts diskutiert. Strukturell ist es ein Analogon des Darmhormons Oxyntomodulin, das natürlicherweise beide Rezeptoren anspricht.

Wer hat Mazdutid entwickelt?

Die Ausgangsverbindung (LY3305677) stammt von Eli Lilly. 2019 lizenzierte Innovent Biologics die Rechte für China und entwickelte den Wirkstoff dort unter dem Code IBI362 weiter. Lilly behielt die Rechte außerhalb Chinas. Das klinische Programm ist daher stark China-zentriert.

Welche Nebenwirkungen wurden in Studien beobachtet?

Am häufigsten waren gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, verminderter Appetit und Blähbauch – meist leicht bis mäßig und im Verlauf abnehmend. Zudem wurden Anstiege der Herzfrequenz bei tendenziell sinkendem Blutdruck berichtet. Langzeitdaten sind begrenzt.

Quellen

Primär- und Referenzquellen zum eigenständigen Nachlesen.

Verwandte Substanzen

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Dieses Profil dient ausschließlich der Information und Bildung. Es ist keine medizinische Beratung und enthält bewusst keine Dosierungs- oder Anwendungsangaben. Anwendungsentscheidungen gehören in ärztliche Hand.