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Klinische Phase 1Neuroprotektion & LongevityKein Peptid — synthetischer Forschungswirkstoff

CMS121

Synthetisches Fisetin-Derivat (Flavonoid-Analogon) – kein Peptid, kleines Molekül · CMS-121, Fisetin-Derivat CMS121 · CAS-Nr. 1353224-53-9

CMS121 ist ein synthetisches, kleines Molekül (kein Peptid), das am Salk Institute aus dem natürlichen Flavonoid Fisetin optimiert wurde. Es wird in der Forschung als „Geroneuroprotektor" eingeordnet – also als Substanz, die nicht ein einzelnes Krankheitsmerkmal, sondern Alterungsprozesse des Nervensystems adressieren soll. Im Zentrum steht die Hemmung des oxytotischen/ferroptotischen Zelltod-Pfads: CMS121 soll Lipid-Peroxidation und oxidativen Stress senken und die Mitochondrien-Funktion erhalten. In Tiermodellen (Alzheimer-transgene Mäuse sowie schnell alternde SAMP8-Mäuse) wurden verbesserte Gedächtnisleistung und verlangsamte neuronale Degeneration berichtet. Ein erster First-in-Human-Phase-1-Sicherheitstest an gesunden Erwachsenen wurde inzwischen abgeschlossen und veröffentlicht; eine Wirksamkeit beim Menschen ist damit jedoch nicht belegt.

Auf einen Blick

Substanzklasse
Synthetisches Fisetin-Derivat (Flavonoid-Analogon), kleines Molekül – kein Peptid
Herkunft
Salk Institute, Labor Schubert/Maher; klinische Entwicklung: Virogenics, Inc.
CAS-Nummer
1353224-53-9
Konzept
„Geroneuroprotektor" – zielt auf Hirnalterung statt auf ein Einzelmerkmal
Primärer Pfad
Hemmung von Oxytose/Ferroptose; Schutz vor Lipid-Peroxidation
Diskutierte Zielstrukturen
Fettsäure-Synthase (FASN) und Acetyl-CoA-Carboxylase 1 (ACC1)
Datenlage
Überwiegend Zell- und Tiermodelle; Phase-1-Sicherheit am Menschen abgeschlossen
Status (2026)
Investigativ; nirgends als Arzneimittel zugelassen

Herkunft & Entstehung

CMS121 stammt aus dem Programm von David Schubert und Pamela Maher am Salk Institute (La Jolla, USA). Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass das natürliche Flavonoid Fisetin – u. a. in Erdbeeren enthalten – kultivierte Nervenzellen schützt und das Gedächtnis gesunder Mäuse verbessert. Aus chemisch optimierten Fisetin-Varianten ging CMS121 als besonders wirksamer Kandidat hervor.

CMS121 entstammt demselben Salk-Programm wie das verwandte Molekül J-147 (ebenfalls ein nicht-peptidischer Kandidat). Anders als J-147 (das mit der Firma Abrexa verknüpft wird) wurde die klinische Weiterentwicklung von CMS121 von der Biotech-Firma Virogenics, Inc. übernommen, die die Phase-1-Prüfung trug. Förderung kam u. a. vom US-amerikanischen National Institute on Aging (NIH).

Mechanismus: Anti-Ferroptose und Lipid-Schutz

CMS121 wurde nicht über ein klassisches Krankheitsziel, sondern über einen zellbasierten phänotypischen Screen entwickelt, der vor dem oxytotischen/ferroptotischen Zelltod schützt. Ferroptose ist eine eisen- und lipidperoxidations-abhängige Form des regulierten Zelltods, die mit Alterung und neurodegenerativen Toxizitäten in Verbindung gebracht wird.

Mechanistisch wird CMS121 als Hemmer der Fettsäure-Synthase (FASN) beschrieben; zusätzlich wird über eine Anhebung von Acetyl-CoA und eine daraus folgende Hemmung der Acetyl-CoA-Carboxylase 1 (ACC1) berichtet. Über diese Eingriffe in den Lipidstoffwechsel soll die übermäßige Lipid-Peroxidation gesenkt und die Mitochondrien-Homöostase stabilisiert werden.

  • Hemmt den Oxytose-/Ferroptose-Zelltodpfad (anti-ferroptotisch)
  • Senkt oxidativen Stress und Lipid-Peroxidation
  • Beschriebene Ziele: FASN und ACC1 im Fettsäure-/Lipidstoffwechsel
  • Soll mitochondriale Funktion und Acetyl-CoA-Stoffwechsel erhalten
  • Alle Mechanismus-Aussagen stammen aus Labor-/Tiermodellen

Präklinik: Alzheimer- und Alterungs-Modelle

In Alzheimer-transgenen Mäusen reduzierte CMS121 Berichten zufolge Lipid-Peroxidation und Entzündung im Gehirn und milderte kognitive Defizite. In schnell alternden SAMP8-Mäusen verbesserten CMS121 (und das verwandte J-147) Gedächtnis-Marker sowie metabolische und transkriptionelle Zeichen der Hirnalterung – ein zentraler Befund der eLife-Publikation von 2019.

Weitere präklinische Arbeiten beschreiben Effekte über das Gehirn hinaus, u. a. auf alters- und stoffwechselbedingte Veränderungen. Diese Ergebnisse sind tierexperimentell und nicht auf den Menschen übertragbar.

  • Alzheimer-transgene Mäuse: weniger Lipid-Peroxidation/Entzündung, bessere Kognition (Tierdaten)
  • SAMP8-Alterungsmodell: verbesserte Gedächtnis- und Alterungsmarker (eLife 2019)
  • Hinweise auf Effekte außerhalb des Gehirns (Stoffwechsel) in Krankheitsmodellen
  • Befunde rein präklinisch – kein Beleg für Nutzen beim Menschen

Status & Einordnung: First-in-Human Phase 1

Für CMS121 wurde eine erste klinische Phase-1-Studie (NCT05318040, Sponsor Virogenics; Einzel- und Mehrfach-Dosis-Eskalation an gesunden Erwachsenen) durchgeführt und abgeschlossen. Die 2025 veröffentlichten Ergebnisse berichten, dass die geprüften Mengen über mehrere Tage allgemein gut vertragen wurden und die meisten unerwünschten Ereignisse mild waren; es wurden keine Todesfälle und keine schweren Sicherheitsereignisse berichtet.

Wichtig zur Einordnung: Eine Phase-1-Studie prüft Sicherheit und Pharmakokinetik an Gesunden – sie belegt keine Wirksamkeit bei Alzheimer oder gegen Alterung. CMS121 ist damit weiterhin ein investigatives Molekül ohne Zulassung. Die belastbaren Wirkdaten stammen aus Zell- und Tiermodellen.

  • Phase-1-Sicherheitsstudie an Gesunden abgeschlossen (NCT05318040, Virogenics)
  • Bericht: allgemein gut verträglich, überwiegend milde Nebenwirkungen
  • Phase 1 = Sicherheit/Pharmakokinetik, kein Wirksamkeitsnachweis
  • Nirgends als Arzneimittel zugelassen; Verkauf als „Research Chemical" unreguliert

Klinische Studien

Sicherheit, Verträglichkeit & Pharmakokinetik bei Gesunden

Abgeschlossen (veröffentlicht 2025)

Einzel- und Mehrfach-Dosis-Eskalation (SAD/MAD) an gesunden Erwachsenen; Sponsor Virogenics. Bericht: allgemein gut verträglich, überwiegend milde Ereignisse. Eine Phase-1-Studie prüft Sicherheit/Pharmakokinetik – sie belegt keine Wirksamkeit.

Regulatorischer Status

Allgemein

Investigativ / nicht zugelassen

CMS121 ist kein zugelassenes Arzneimittel und kein Nahrungsergänzungsmittel. Eine Phase-1-Sicherheitsstudie wurde abgeschlossen; ein Wirksamkeits- oder Zulassungsnachweis besteht nicht.

Deutschland (AMG)

Nicht zugelassen

In Deutschland/EU besteht keine Zulassung. Eine Anwendung am Menschen außerhalb genehmigter klinischer Prüfungen ist arzneimittelrechtlich nicht vorgesehen; Angebote als „Research Chemical" sind nicht für den menschlichen Gebrauch bestimmt.

Sport (WADA)

Nicht namentlich gelistet

CMS121 ist auf der WADA-Verbotsliste nicht ausdrücklich aufgeführt. Nicht zugelassene/investigative Substanzen können jedoch unter die allgemeine Klausel zu nicht zugelassenen Stoffen (S0) fallen; Sportler sollten dies eigenverantwortlich prüfen.

Sicherheit & Einordnung

  • Wirknachweise stammen fast ausschließlich aus Zell- und Tiermodellen; Übertragbarkeit auf den Menschen ist nicht belegt.
  • Die abgeschlossene Phase-1-Studie prüfte nur Sicherheit/Verträglichkeit an Gesunden, nicht den therapeutischen Nutzen.
  • Langzeitsicherheit, Wechselwirkungen und Risiken beim kranken oder alternden Menschen sind nicht hinreichend untersucht.
  • Als „Research Chemical" vertriebene Ware ist nicht qualitätsgeprüft und nicht für die Anwendung am Menschen bestimmt.
  • Dieses Profil dient ausschließlich der Information und enthält keine Dosierungs- oder Anwendungshinweise.

Häufige Fragen

Ist CMS121 ein Peptid?
Nein. CMS121 ist ein synthetisches kleines Molekül – ein vom Pflanzen-Flavonoid Fisetin abgeleitetes Derivat. Es gehört nicht zu den Peptiden, sondern in die Gruppe der nicht-peptidischen Forschungssubstanzen.
Ist CMS121 ein zugelassenes Medikament gegen Alzheimer?
Nein. CMS121 ist nirgends als Arzneimittel zugelassen. Es wurde eine erste Phase-1-Sicherheitsstudie an gesunden Freiwilligen abgeschlossen, doch ein Wirksamkeitsnachweis bei Alzheimer oder gegen Alterung am Menschen liegt nicht vor; die positiven Befunde stammen aus Tier- und Zellmodellen.
Was bedeutet „Geroneuroprotektor"?
Damit bezeichnet die Salk-Gruppe Substanzen, die nicht ein einzelnes Krankheitsmerkmal, sondern grundlegende Alterungsprozesse des Nervensystems adressieren sollen – bei CMS121 vor allem über die Hemmung von oxidativem Stress, Lipid-Peroxidation und Ferroptose. Dies ist ein Forschungskonzept, kein belegter klinischer Nutzen.

Quellen

Dieses Profil dient ausschließlich der Information und Aufklärung. Es ersetzt keine ärztliche Beratung und enthält bewusst keine Dosierungs-, Rekonstitutions-, Anwendungs- oder Bezugshinweise.