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Präklinisch (Zelle/Tier)NeuroprotektionKein Peptid — synthetischer Forschungswirkstoff

CNB-001

Synthetisches Pyrazol-Curcumin-Derivat – kein Peptid, kleines Molekül · Pyrazol-Curcumin-Derivat CNB-001 · CAS-Nr. 1019110-87-2

CNB-001 ist ein synthetisches, nicht-peptidisches kleines Molekül – ein Pyrazol-Derivat des Gewürzstoffs Curcumin. Es wurde im Labor von David Schubert am Salk Institute entwickelt, um die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Curcumin mit verbesserter Stabilität und Wirkstärke zu verbinden. In Zell- und Tierversuchen wird CNB-001 als breit neuroprotektiv und neurotroph beschrieben. Es ist zugleich ein wichtiger strukturchemischer Zwischenschritt auf dem Weg vom Curcumin zur bekannteren Verbindung J-147. Die gesamte Evidenz stammt aus präklinischen In-vitro- und Tiermodellen; es existieren keine klinischen Studien am Menschen, und CNB-001 ist nirgends als Arzneimittel zugelassen.

Auf einen Blick

Substanzklasse
Synthetisches Pyrazol-Derivat von Curcumin (nicht-peptidisches kleines Molekül)
Herkunft
Schubert-Labor, Salk Institute (Liu et al., 2008)
CAS-Nummer
1019110-87-2
Beziehung zu J-147
Strukturchemischer Vorläufer/Verwandter auf dem Weg zu J-147
Berichtete Wirkrichtung
Neuroprotektiv, neurotroph, antioxidativ, entzündungshemmend (präklinisch)
Untersuchte Modelle
Schlaganfall (Ischämie), Schädel-Hirn-Trauma, Neurotoxizitäts- und Gedächtnismodelle – nur Zellen/Tiere
Entwicklungsstand
Rein präklinisch – keine klinischen Studien am Menschen

Herkunft & Entstehung

CNB-001 entstand in der Arbeitsgruppe von David Schubert am Salk Institute (La Jolla, USA). Liu und Kollegen synthetisierten eine Reihe von Hybridmolekülen aus Curcumin (einem pflanzlichen Polyphenol) und Cyclohexyl-Bisphenol A (einer Verbindung mit neurotropher Aktivität). CNB-001 erwies sich dabei als die vielversprechendste Verbindung: Sie zeigte gegenüber Curcumin eine deutlich verbesserte metabolische Stabilität und war in mehreren Neurotoxizitäts-Assays neuroprotektiv, in denen Curcumin selbst unwirksam war.

CNB-001 ist außerdem der strukturelle Bezugspunkt für die später bekanntere Verbindung J-147: Aus zahlreichen CNB-001-Derivaten ging ein potenteres Molekül hervor – J-147. Dessen Struktur leitet sich vom angenommenen bioaktiven Fragment von CNB-001 ab. Die Entwicklungslinie lautet also: Curcumin → CNB-001 → J-147.

Berichtete Wirkmechanismen

CNB-001 wird in der präklinischen Literatur als „pleiotrope" Verbindung beschrieben – also als Molekül, das gleichzeitig auf mehrere Signalwege wirken soll, statt ein einzelnes Zielprotein zu adressieren. Es vereint laut den Entwicklern antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften des Curcumins mit neurotrophen Effekten. In Zellmodellen für Schlaganfall wird der Schutz auf den Erhalt des PI3K-Akt-Signalwegs, die Aufrechterhaltung der zellulären ATP-Spiegel sowie eine Modulation der Calcium-Calmodulin-abhängigen Proteinkinase II (CaMKII) zurückgeführt. CNB-001 wird zudem als Hemmstoff der 5-Lipoxygenase eingeordnet.

Wichtig: Diese Mechanismen stammen aus Zell- und Tierexperimenten. Eine Übertragbarkeit auf den Menschen ist nicht belegt.

  • Erhalt des PI3K-Akt-Signalwegs und der ATP-Spiegel in In-vitro-Schlaganfallmodellen
  • Modulation der CaMKII-Aktivität
  • Beschriebene Hemmung der 5-Lipoxygenase (entzündungshemmend)
  • Antioxidative Wirkung und Erhalt des mitochondrialen Membranpotenzials
  • Als „pleiotrop/multi-target" statt einzelzielgerichtet beschrieben

Präklinische Befunde: Schlaganfall, Trauma und Gedächtnis

CNB-001 wurde in mehreren präklinischen Krankheitsmodellen untersucht. In Modellen der zerebralen Ischämie (Schlaganfall) berichteten die Salk-Forscher über eine Verbesserung von verhaltensbezogenen und molekularen Defiziten. In einem Kaninchen-Modell des ischämischen Schlaganfalls wurde eine Wirksamkeit selbst bei verzögerter Gabe nach dem Ereignis beschrieben. Daneben wurde CNB-001 in Modellen des Schädel-Hirn-Traumas sowie in Neurotoxizitäts- und Gedächtnismodellen als neuroprotektiv beschrieben.

Diese Ergebnisse sind ermutigend, aber durchweg präklinisch. Tiermodelle des Schlaganfalls bilden die komplexe menschliche Erkrankung nur eingeschränkt ab; viele neuroprotektive Kandidaten sind in der Vergangenheit beim Übergang zum Menschen gescheitert.

  • Verbesserte Verhaltens- und Molekularbefunde in Tiermodellen des ischämischen Schlaganfalls
  • Berichtete Wirksamkeit bei verzögerter Gabe im Kaninchen-Schlaganfallmodell
  • Neuroprotektion in Modellen des Schädel-Hirn-Traumas
  • Schutz in Zellmodellen gegen oxidativen Stress, Exzitotoxizität und Amyloid-Toxizität
  • Alle Befunde aus Zellkultur und Tierversuch – keine Bestätigung beim Menschen

Entwicklungsstatus und Einordnung

CNB-001 befindet sich ausschließlich im präklinischen Stadium. Die Entwickler selbst beschreiben die Substanz als Leitstruktur mit günstigem Sicherheits- und pharmakokinetischem Profil, die „weiterentwickelt werden sollte". Genau diese Formulierung verdeutlicht, dass eine klinische Entwicklung am Menschen nicht stattgefunden hat; eine Weiterführung in Richtung Primaten- und klinische Studien wurde lediglich als Ziel benannt.

Für ein Wirkstoff-Profil bedeutet das: CNB-001 ist eine reine Forschungssubstanz ohne Zulassung, ohne nachgewiesenen Nutzen oder Sicherheit beim Menschen und ohne validierte Anwendung. Es ist kein Medikament und kein Nahrungsergänzungsmittel.

  • Status: präklinisch – keine registrierten klinischen Studien am Menschen
  • Von den Entwicklern als Leitstruktur (lead compound) bezeichnet
  • Kein zugelassenes Arzneimittel in irgendeiner Region
  • Nutzen und Sicherheit für Menschen sind nicht belegt

Regulatorischer Status

Allgemein

Nicht zugelassen / rein investigativ

CNB-001 ist nirgends als Arzneimittel zugelassen. Es handelt sich um eine präklinische Forschungssubstanz ohne belegten Nutzen oder Sicherheitsnachweis am Menschen.

Deutschland (AMG)

Kein zugelassenes Arzneimittel

Es besteht keine arzneimittelrechtliche Zulassung. Eine Anwendung am Menschen wäre nur im Rahmen einer genehmigten klinischen Prüfung zulässig; solche Studien sind nicht bekannt.

Sport (WADA)

Nicht namentlich gelistet

CNB-001 steht nicht namentlich auf der WADA-Verbotsliste. Nicht zugelassene, rein experimentelle Substanzen können jedoch unter die Kategorie S0 („nicht zugelassene Substanzen") fallen und wären damit im Sport jederzeit verboten.

Sicherheit & Einordnung

  • Es liegen keine Sicherheitsdaten aus Studien am Menschen vor – das Sicherheitsprofil beruht ausschließlich auf Zell- und Tierversuchen.
  • CNB-001 ist kein zugelassenes Arzneimittel und kein Nahrungsergänzungsmittel; eine Selbstanwendung ist nicht vorgesehen und nicht zu empfehlen.
  • Reinheit, Identität und Zusammensetzung von als „Forschungschemikalie" angebotenem Material sind nicht qualitätsgesichert.
  • Langzeitwirkungen, Wechselwirkungen und mögliche Toxizität beim Menschen sind unbekannt.
  • Diese Darstellung dient ausschließlich der wissenschaftlichen Information und enthält keine Dosierungs- oder Anwendungshinweise.

Häufige Fragen

Ist CNB-001 ein Peptid?
Nein. CNB-001 ist kein Peptid, sondern ein synthetisches, nicht-peptidisches kleines Molekül – konkret ein Pyrazol-Derivat des Naturstoffs Curcumin.
Was hat CNB-001 mit J-147 zu tun?
CNB-001 ist der chemische Vorläufer bzw. das Bezugsmolekül auf dem Weg zu J-147. Aus zahlreichen CNB-001-Derivaten ging das potentere J-147 hervor; die Entwicklungslinie verläuft von Curcumin über CNB-001 zu J-147.
Gibt es klinische Studien oder eine Zulassung für CNB-001?
Nein. CNB-001 wurde bislang nur präklinisch (in Zellen und Tiermodellen) untersucht. Es gibt keine bekannten klinischen Studien am Menschen und keine arzneimittelrechtliche Zulassung in irgendeiner Region.

Quellen

Dieses Profil dient ausschließlich der Information und Aufklärung. Es ersetzt keine ärztliche Beratung und enthält bewusst keine Dosierungs-, Rekonstitutions-, Anwendungs- oder Bezugshinweise.